NATURALEZA Y COSILLAS DE INTERÉS


ME GUSTA SENTIR LA NATURALEZA EN MI MANO.
M. A. BUENO

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MIS AMIGOS ME LLAMAN EL "PASTOR" DE BUITRES

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EXPOSICIÓN FOTOGRÁFICA FLORA - FLOWER - ERMITA DEL VIÑEDO - OFICINA DE INFORMACIÓN de la SIERRA DE

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-------------- B L O G nº 1 --------------

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miércoles, 15 de julio de 2020

HELMUT PRESSER EXTRAORDINARIO TRABAJO SOBRE ORQUÍDEAS - ORCHIDEEN - ORCHIDS


Ein wenig verspätet für eine Pfingsturlaubspostkarte, sorry. Es gab einiges zu tun, u.a. Wochenend-Trips. Aber jetzt dann doch:
Endlich wieder reisen! Der Ausfall an Ostern fiel schon schwer. Leider gab es aber noch keine freie Ziel-Wahl, also fuhr ich Freitag Mittag erst mal nach NW-D.
Im Truppenübungsplatz Senne bei Paderborn soll es ein endemisches Knabenkraut (D.sennia) geben, an das man aber nicht rankäme, alles gesperrt, heißt es, brutale Strafen drohen. Nun, es waren einige Straßen offen, entlang derer aber nichts zu sehen war. Sowieso alles viel zu trocken auch hier. Ich fragte also in einer Garnison, doch da kannte sich keiner aus. Da erfuhr ich aber, dass ich wohl dort rumtappen durfte, solang nicht geübt würde, Corona sei Dank. Dies tat ich dann ausführlich, nachdem ich eine Schäferin nach Feuchtstellen befragt hatte. Doch auch diese waren ziemlich trocken, ich fand aber 2 Sonnentau-Arten und den Sumpfbärlapp. 4,3° nachts. Auch am nächsten Morgen kein Erfolg, also fuhr ich nach Münster und besichtigte den L.c. von Müllers Waldhyazinthe. Hier hatte ich auf Anhieb Erfolg. Traf auch 2 Orchideenfreunde unabhängig dort, hier pilgert offenbar heuer jeder hin. Bekam dann einen exakten Tipp, wo ich das Senne-Knabenkraut hätte finden sollen. Fuhr also die 100 km zurück und kletterte in eine besetzte Viehweide. Der Tipp war allerdings falsch, das Gelände passte nicht zur Beschreibung. Auch rundum fiel mir nichts Passendes ins Auge. Also machte ich mich auf den Weg in die Niederlande.
Dort besuchte ich einen Orchideenfreund und reiste mit ihm einen halben Tag rum. Um 4 Uhr früh kam ich da ins Bett, die Sonne weckte 3 h später. Nach seinen Angaben reiste ich kreuz und quer durch NL und auch Belgien (Grenzöffnung überraschend gerade an Pfingstsonntag). Sind schon gute Gärtner, die Holländer, inzwischen wurden einige Arten dort gefunden, die es bisher nur woanders gab. Und es warten sicher noch mehr, gut versteckt. Es gibt viele, gut gepflegte Orchideenbiotope und es ist mild. Auch die Mastorchis haben sie schon, von Serapias ganz zu schweigen. Doch sogar das Land, das unterhalb des Meeresspiegels liegt, ist heuer trocken, das machte die Suche spannend und aufwändig. Fand aber dann doch das Meiste, auch Spiranthes lucida aus USA, Dact. incarnata coccinea aus GB und am Ende auch daher Op. apifera belgarum. Die anderen Varietäten wären vertrocknet, hieß es.
Dann ging es nach Dänemark, etwas zögernd ließ man mich einreisen, nachdem ich erzählte, dass ich Orchideen für ein Buch aufsuchen müsse. Für Normalbürger sind die Grenzen noch über eine Woche dicht. Ich musste nicht mal ein Ziel angeben oder eine Unterkunft, dabei hatte ich mir das doch schon zurechtgelegt. Da das Wetter noch gut und warm war, war das erste Ziel die Insel Römö. Schön wild da, aber halt auch ziemlich vertrocknet. Nächster Punkt war das Nissegard an der W-Küste ziemlich oben. Tolle Gegend, leider auch sehr ausgetrocknet und aktuell im Regen, wurde aber beides besser. Anschließend rauf bis in die N-Spitze, Skagerak. Dort ist inzwischen alles abgesperrt, Riesenparkplatz mit Bezahlung von 7-19 Uhr. Gut, dass ich spät kam und es noch bis 23 Uhr hell war.
Nach DK ging es wieder nach D (logisch!), und zwar in den Osten nach Brandenburg zu einem Orchideenfreund. Dort besichtigten wir das Quasliner Moor, also nur ein winziges Teilchen.
Dann wieder in die NL und mit dem niederländischen Orchideenfreund Exkursion in NL und B und danach in den Elmptener Schwalmbruch und in die Wahner Heide, wieder ein Truppenübungsplatz. Und nochmals ins Gebiet der Senne, hatte nämlich inzwischen die Telefonnummer eines Ortskundigen bekommen. Leider bekamen wir für diesen Tag keine Genehmigung dort aus dem Auto zu steigen.
Die Reiseroute in Kurzform: D-NL-B-NL-B-NL-B-NL-D-DK-D-NL-B-NL-D
Übrigens, in den NL ist auf Autobahnen von 6-19 Uhr meist Tempolimit 100. Auch wenn ich eigentlich schneller fahre, muss ich sagen, dass das entspannend ist, direkt entschleunigend wenn der Tempomat auf 103 steht. Ich sah auch weder Unfall noch liegengebliebene Fahrzeuge oder Stau, genauso in DK bei höchstens 130. Gut, die haben eindeutig viel weniger LKW, die Dänen auch weniger Autos. Wie machen die das? Ok, es ist auch noch Corona. Und noch was fiel mir in NL und DK auf: Die Ampeln schalten sehr schnell auf Grün, wenn man sich nähert und kein Querverkehr ist. Man muss nicht abbremsen. Wieso ist das bei uns nicht möglich? Müssen wir an veralteter Technik festhalten und deswegen Sprit etc. verschwenden?? Ist ja bescheuert! In DK sind viele Mittellinien, ob unterbrochen oder nicht, wie auch die Ränder der Landstraßen mit Rippen versehen. Wenn man also an den Rand der Fahrbahn kommt, weil man nach Orchideen schaut, hört man das deutlich. (Ist auch gut so, 80 km/h sind doch ein wenig ermüdend, das Hirn wird nicht so gefordert.) Da sollte mal jemand seine Hausaufgaben machen, Herr Minister! Man könnte sich profilieren statt bescheuerten hippen Ideen hinterherzulaufen, gell? Auf hunderten von Kilometern habe ich in DK übrigens gerade 3 Polizeiautos gesehen. Und Radfahrer fahren in NL und DK generell auf Fahrradwegen, wenn vorhanden, auch die mit Rennrad, die bei uns ausschließlich die Straßen für ihren Sport nutzen. Merkwürdig, man wird fast nie zum Abbremsen gebracht! Besonders in NL gibt es für Radfahrer dafür einige Vergünstigungen, man sollte vielleicht auch da mal über eine Übernahme nachdenken.
Das Wetter
Die ersten 3 Tage waren sonnig, etwas windig und kühler. Dann wurde es 3 Tage wärmer, bis 30° in den NL, 28° in DK, dann gewittrig und anschließend kühl. 14° Höchsttemperatur im Norden und 2 Tage immer wieder Regen ohne Sonnenpausen. Pfui Kuckuck! doch die Natur brauchts dringendst. Eine Regenperiode 3 Wochen früher wären halt wieder mal perfekt gewesen, jetzt will ich Sonne. Dann wechselhaft mit genügend Sonne, verhaltene Temperaturen, bis 15°, dann 17, 18°, 20°, danach 3 Tage meist bedeckt. Nachts generell nicht mild, immer zwischen 4,3 und 10,8°, erst am Ende 15° bei leichtem Regen. In D wurde es dann zunehmend wärmer, bis 30° am Schluss, die Schwüle ist man vom Norden kommend dann nicht mehr gewöhnt.
Die Viecher
Besonders Aufregendes habe ich nicht gesehen, v.a. Schmetterlinge waren nicht gerade häufig. Kraniche und Moorfrösche waren mit das Ungewöhnlichste für mich. Wir haben halt keine Moore. Aber nicht mal ne lebende Kreuzotter war mir anfangs vergönnt, obwohl ich weglos mindestens 15 km über Moore und Heiden getappt bin. Endlich, ganz an der Nordspitze sah ich 2, mit einer spielte ich ein wenig. Zaun- und Bergeidechse (hier wohl eher Moor-) gab es natürlich, eine Ringelnatter, für den verwöhnten Südeuropa-Reisenden etwas mau. Manche Tiere waren recht zahm, Karnickel oder ein Fuchs in der Senne z.B. Fotografiert werden wollte letzterer aber nicht. Ein Reh lag mal 20 m von mir entfernt und kümmerte sich nicht um mich. Ich hatte ihm ja gesagt, dass ich nur ein paar Fotos wollte. Ein Fasan putzte sich gemütlich keine 10 m von meinem Auto weg, da kriegt man auch den Kopf formatfüllend.
Die Orchideen
Plat.muelleri wirkt wie eine hybridogene Population, recht variabel. Keine Eltern am L.typ. sichtbar, ca. 50 Pflanzen waren offen und gut. Später sah ich sie auch in NL und B, ebenfalls ohne Eltern.
Von Plat.bifolia s.str. sah ich leider nur ein aufgeblühtes Exemplar, die anderen waren noch nicht mal hochgetrieben oder höchstens knospend. Sie ist schon deutlich zierlicher in allen Teilen als die gewöhnliche Waldhyazinthe in Bayern. Der Name „fornicata“ dürfte aber für diese nicht zutreffend sein.
Was sich mir außer D.sennia an 4 Stellen hartnäckig verwehrte, war D.praetermissa integra. Vertrocknet, Biotop weg oder falsche Koordinaten, 2 knospende. Auf der Rückreise kam ich wieder bei zwei Stellen vorbei, bei einer waren nun doch wenige aufgeblüht. Hätte ich mal nicht abgetrennt.
D.maculata elodes gibt es noch in einem Moor in NL, auch da hätte ich selbst nicht an eine Abtrennung gedacht. Nach einiger Suche hatte ich genügend Pflanzen, sehr variabel ist auch diese Sippe, auch hinsichtlich des angeblich winzigen Sporns. Mehr noch als maculata sonst. Eine Abtrennung ist für mich aber nicht nachvollziehbar. In der Wahner Heide stehen übrigens ganz eindeutige maculatas, sogar eine elodes-Ausprägung, keine fuchsii. Da irrt das Deutschlandbuch ganz deutlich. Sah ich auch schon mal in der Eifel und auf Zingst.
D.vadorum ist eigenartigerweise als Art beschrieben, es gibt auf Römö aber Pflanzen in der Population, die sind von purpurella nicht zu unterscheiden. Gut, ich hatte bei zwei Besuchen nur 40 offene Exemplare ... Naja.
Auch merkwürdig erscheint mir das, was unter "cambrensis" im Westen von DK verstanden wird. Ist sicher keine cambrensis, die ist als größer und heller beschrieben. Diese sind dunkler und könnten als var. maculosa bezeichnet werden. Die Blätter sind sehr kräftig gefleckt. Der Habitus ist aber nicht majalis-ähnlich.
Ganz im Norden hatte ich vor 25 Jahren verblühte Knabenkräuter gefunden. Die Stelle ist noch gut, es stehen hunderte von Pflanzen da. Bis auf incarnata und maculata kann ich aber nichts richtig einordnen, scheint eine üble Hybridpopulation mit majalis, purpurella und den beiden anderen zu sein. Man könnte sie vom Aussehen her teilweise gut zu vadorum stellen. Einige sehen majalis extrem ähnlich, sie geht wohl bis hinauf in die Spitze.
D.sphagnicola ist schon sehr variabel, ich sah viele in einer reinen Population. Auch am Locus typicus fand ich sie. Hätte mich schon sehr interessiert, was an sennia so ganz anders sein sollte. Nach Fotos ist das für mich nicht nachvollziehbar. Eine Abtrennung von deweveri liegt für mich auch nicht unbedingt auf der Hand, zu marginal sind die Unterschiede. Im Schnitt sind die Blüten kleiner und die Lippe etwas deutlicher dreiteilig. Die hoeppneri konnte ich trotz guter Angaben nicht finden, nach Fotos und Beschreibungen ist sie allerdings auch kaum abgesetzt und findet sich, wie die beiden vorhergehenden, in reichen Populationen als eine Ausprägung.
D.sphagnicola calcifugiens machte Probleme. Ich hatte zwar 3 Fundortangaben, bei der ersten fand ich aber nur 2 knospende, bei der zweiten (sehr weitläufig) gar keine, hatte auch keine GPS-Angaben. Bei der dritten stimmten die Koordinaten überhaupt nicht. Stundenlang latschte ich Sümpfe entlang, in ehemals feuchte Dünensenken, über Dünen, durch Weidengestrüpp und das teils im Regen mit Schirm. Wirklich kein Spaß, wenns nichts bringt. Am nächsten Tag hüpfte ich u.a. in eine Pferdeweide mit Moorseen und siehe da, da standen doch schon ein paar in Blüte. Hätte gleich selber suchen sollen. Aber da hätte ich keine Sonne zum Fotografieren gehabt. Der Besitzer erzählte, letztes Jahr gab es 200 dort, die kommen noch. Sie steht teils deutlich trockener als sphagnicola, ich sehe sie also als durchaus als gut abtrennbar an.
In Brandenburg wollte ich endlich mal richtige D.majalis brevifolia sehen, ich bekam eine Führung ins Quasliner Moor. Tatsöchlich, mehr als 100 Pflanzen, teils erst knospend. Nur sehe ich leider keinen Unterschied zu russowii. Aber schön, dass es eine so reich besetzte Stelle gibt. Auch Liparis stand dort, ward länger nicht gesehen worden.
In der Nähe der Senne bekam ich zwei interessante Biotope mit wenigen D.praetermissa gezeigt. Als Überraschung wuchs dort auch eine D.russowii.
Alles in allem war das nun doch eine schöne Exkursion, vielleicht hätte ich noch eine niederländische Nordseeinsel besuchen sollen.
Bis zum nächsten Mal also,
beste Grüße,
                            Helmut.
Auf der ersten Tafel links Plat. bifolia s.str., rechts Plat. muelleri.
 
Für den Kenner alles leicht zu erkennen, gell?

Jetzt wirds schon komplizierter: praetermissa s.l. v.l.n.r.
3x praetermissa s.str., 3x praetermissa junialis, 2x praetermissa
integra, 3x D.x montis-mosae (praetermissa integra x fuchsii, macht
angeblich auch reine Populationen)

Es wird schon ein wenig orchideenlastig, gell? Auf Wunsch lasse ich die
Bildchen ein wenig größer und schicke lieber mehr Tafeln. Die sind
bildschirmfüllend wie üblich.

Hier nun kalkfliehende Orchideen, zähle ich alle zu D.sphagnicola, dem
Torfmoosknabenkraut. Auch, wenn calcifugiens hier gar nicht in der Nähe
von Torfmoos steht (da hab ich sie aber knospend auch gefunden). Ist
auch die Einzige, die ich abtrennen würde, oben rechts 2x. Unten rechts
3x die hoeppneri. Nichts Auffälliges, vielleicht minimal kleinere
Blüten. Alle anderen sind aus einer größeren Population in B. Sehr
variabel, auch in der Blütengröße.

Vorletzte Seite, schön bunt.
3x Spiranthes lucida, 2x Dact. incarnata coccinea, 3x Op. apifera (2
aurita, 1 belgarum)

2. und 3. Zeile:

im Quadrat 4x Dact. x vadorum (purpurella mit praetermissa-Einkreuzung),
2x purpurella maculosa (Habitus und Blüte rechts oben daneben), unten 3x
Hybridpopulation majalis x purpurella

4x Dact. incarnata-Variationen, lobelii ist für mich nur eine Wuchsform;
3x Dact. traunsteineri curvifolia,

5x Dact. maculata "elodes", 6x Dact. maculata-Variationen, der Habitus
aus der Wahner Heide, der Rest aus einer großen Population in DK


Bis zum nächsten Mal, die Sommerferien stehen schon vor der Tür!

Gracias Helmut por enviarme este extraordinario trabajo. 

FOTOS - PHOTOS  DE  HELMUT  PRESSER

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 SALUD

martes, 28 de julio de 2015

ORQUÍDEAS - ORCHIDEEN - ORCHIDS - HELMUT PRESSER orchidées, 蘭, орхидеи, ऑर्किड, 兰花, 蘭花,

Las orquídeas de Helmut Presser

El orquidófilo alemán Helmut Presser me dice lo siquiente:

Hallo zusammen!
Ja, ich weiß, Ostern ist schon eine kleine Weile her. Aber ich verspreche, wenn ich mal pensioniert werden sollte, kommen die Postkarten vielleicht zeitnaher. Oder zeitnäher?

Zur ersten Tafel v.l.n.r.:
AL Divjaka-NP, HR Pag, Falsche Kamille HR-S, HR Gruda
HR-S, Camp HR Südzipfel
MNE Inseln vorm Schlafplatz links hinterm Felsen, HR Pag, MNE Sunset hinter Insel, AL Mitte


Es ist nun mehr als 25 Jahre her, dass ich mal um Ostern in Kroatien war. Und damals hatte ich nicht viel Ahnung von Orchideen. Also wurde es höchste Zeit, dass ich dort um diese Zeit botanisieren ging. Es sollten auch nicht späte Ostern sein, weil mich besonders die frühen Arten im Süden interessierten. Also fuhr ich auch diesmal sofort am letzten Schultag los. In Zagreb traf ich abends meinen Orchideenfreund Roko Cicmir. Danach fuhr ich noch ans Meer bei Zadar, was sich als komplizierter als erwartet herausstellte. Wegen der stürmischen Bora dort waren nämlich einige Straßen und die Autobahn gesperrt. So kam ich erst gegen Mitternacht an. Am nächsten Tag ging es langsam nach Süden, immer botanisierend. Tags darauf fuhr ich bei Split nach ausgiebigem Wälzen in Orchideen wieder auf die Autobahn bis zum Ende, wo man an die Küste runter muss. Dort dann durch BIH, den Korridor, der bis ans Meer reicht. Den querte ich schon am Sonntagnachmittag. Am nächsten Tag trieb ich mich in den reichhaltigen Biotopen vor der montenegrinischen Grenze rum und übernachtete auf dem allersüdlichsten Zipfel von Kroatien.

Anschließend ging es rein nach Montenegro. Die Küstenstraße ist ziemlich bebaut, ca. 66,6% der Strecke, das sind etwa 3 Viertel oder so, wenn nicht mehr (den exakten Prozentsatz konnte ich leider nicht ermitteln, weil mich das Navi gnädigerweise auch durchs Landesinnere schickte), ist auf 40, 50 oder 60 beschränkt, die Polizei ist relativ präsent. Holte mich gleich raus, nachdem ich die schleppende Grenzabfertigung hinter mich gebracht hatte und wies mich warnend drauf hin, dass im Land auch tagsüber das Licht an sein muss. Und das bei grellem Sonnenschein. Aber der Sprit ist billig, Diesel 1,08, wenn das Euro sind. Es waren Euro, unsere sogar. Sah ich beim Tanken in der Hand des Tankwarts. Beim Einkaufen fiel auf, dass auch Lebensmittel in MNE sehr billig sind.
Ganz im Süden besuchte ich nach 25 Jahren wieder die Insel Ada an der albanischen Grenze. Ist nun ziemlich abgesperrt, FKK-Campingplatz und Ähnliches.

Weil das Wetter dann in MNE mieser wurde, querte ich die albanische Grenze. Da wars erst noch mieser und v.a. sind die Geschwindigkeitsbegrenzungen noch viel depperter. Auf der Landstraße ohne Einmündung 50 km/h, das gibt’s selbst in MNE nicht. Auch mal längere Zeit 60, in Ortschaften meist 40. Da wird man den Verdacht nicht los, dass die entweder viel zu viele von diesen Schildern geschenkt bekommen haben, oder das Land soll beim Durchfahren größer wirken. Dafür kanns auch mal sein, dass sich 2 begegnende Polizisten auf der Bundesstraße (80 km/h) in der Mitte von Auto zu Auto unterhalten, der Rest quetscht sich schon an der Seite durch. Oder der albanische König oder so wird auf der BAB (110 km/h) von 7 fetten Polizeiautos umschwärmt und drängt alle anderen auf den Standstreifen. Dumm, wenn sich da grad 2 Tankwarte von gegenüberliegenden Tankstellen über die Mittelleitplanke unterhalten und auf dem Standstreifen Radfahrer fahren. Ohne Standstreifen fahren Radler auch mal am Rand gegen die Fahrtrichtung. Ist eh wurscht. Kann ein albanischer Radfahrer mit 100 hinter einem Bus im Windschatten herfahren??? Gut, die Fahrbahn war da gerade lochfrei, das hat er wohl gewusst. Fußgänger klettern auch öfters über die Mittelleitplanke. Wirkt irgendwie nicht ganz wie Europa. Aber die Zivilpolizei fährt Audi RS wie die Sau und holt wilde Mercedesfahrer raus. Da sind wir doch wieder daheim. Kontrollen sind recht häufig da, allerdings hat sich die Laserpistole noch nicht so ganz durchgesetzt. Meist wurde ich weitergewinkt als man sah, dass ich Tourist bin, einmal musste ich aber die grüne Versicherungskarte zeigen und die war im Januar abgelaufen. Hatten die montenegrianischen Grenzer gar nicht gemerkt. Zuerst füllte der Polizist also einen Zettel aus und erklärte (kein Wort in irgendeiner verständlichen Sprache natürlich), dass das 200€ kostet. Dann verzichtete er großmütig und schrieb klein 50€ daneben. Als ich ihm erleichtert das Backschisch geben wollte, winkte er mich weiter und grinste, der Geier.
Im albanischen Naturpark Divjaka, einem Küstendünenwald, hielt ich mich bei bestem Wetter einen ganzen Tag auf und dezimierte die dortige Mücken- und Spargelpopulationen erheblich. Irgendwann fiel mir auf, dass mein vorderes Nummernschild fehlte. Ich tappte also den eben gefahrenen Weg mit reichlich Wasserlöchern zurück und watete barfuß 5 min in der tiefsten Pfütze (gut knietief! weiß man halt erst, wenn man drin bzw. durch ist), weil da das Wasser bis zur Scheibe hochgeschwappt war. Ich fand nichts am Grund, dachte nach und fand das Nummernschild dahinter außerhalb unter ein wenig Sand. Hielt aber nimmer, fand also einen Platz hinter der Scheibe. Wurde dann auch stets bei Kontrollen und Grenzübertritten nachgefragt.
Nach dem Besuch eines weiteren Küstenwaldes gurkte ich durchs Landesinnere weiter nach Süden. Überall sah man die schneebedeckten Berge. Übrigens habe ich noch nie so viel Müll rumliegen sehen wie in diesem Land. Und nirgends gibt es prozentual so viele Mercedesfahrer, jeder Kuhhirte scheint einen zu haben. Nur die Zigeuner haben bestenfalls ein Dreirad-Moped mit Ladefläche vorn. Die leben da in Plastik und Blech. Unwohl fühlt man sich vielleicht im Norden in der Agrarsteppe nahe der Küste. Da lungern auffallend viele Männer, Jugendliche und Jungs auf den Straßen rum, eine Panne will man da nicht haben und auch nicht übernachten. Nebenstraßen sind generell in üblem Zustand, meist kein Asphalt und oft brutale Schlaglöcher. Aber man baut hier und da.

Nach einem kurzen Abstecher nach Griechenland ging es wieder zurück, soweit möglich auf bisher unbekannter Route. Da ich keine besonderen Biotope mehr fand und auch da das Wetter eher verhalten war, war ich an einem Tag von der Mitte Albaniens durch MNE wieder in HR. Dort wurden noch die Inseln Vir und Pag besucht. Von Pag aus startete ich mit der Fähre um 10 Uhr und war um 21 Uhr daheim.

Das Ganze in Kurzform: D-AU-SLO-HR-BIH-HR-MNE-AL-GR-AL-MNE-HR-BIH-HR-SLO-AU-D, do werst narrisch.

Das Wetter
In D sollte es nun endlich mal länger regnerisch werden (war dringendst nötig), also gab es hier und da ganz leichte Schauerchen. Diese zogen sich bis hinter Zagreb hin, dazwischen war es kaum mal sonnig. An der Küste war es wolkenlos, die Nacht war mit 12° trotz klarem Himmel sehr angenehm (das erreichte ich erst in GR wieder). Am nächsten Tag wehte örtlich ein recht frischer Wind mit ca. 16°. Leichte Bora halt. Wo es windstiller war, gab es gleich anfangs schon über 18°. In der folgenden Nacht dann bei abflauendem Wind am Meer gerade mal 6°. Dafür erreichten wir an diesem Tag schon 20,5°. Die folgende Nacht war relativ frisch, gegen Morgen wurde es aber wärmer. Dies bedeutet immer, wie auch diesmal, dass Wolken aufgezogen waren. Es zeigte sich tagsüber auch kaum einmal die Sonne und 15° dürfte der Höhepunkt gewesen sein. Sah ich aber nicht, bis zu den 2 Stunden mit leichtem Regen am Nachmittag war ich in einem Zypressenwald zum Suchen und Fotografieren. Am nächsten Tag hatte ich dort bei gleißendem Sonnenschein auch noch reichlich zu tun.
Montenegro scheint ein frisches Land zu sein. Am ersten Tag war es sonnig und grad mal 15° am Nachmittag, am 2.Tag keine Sonne und das Thermometer fiel langsam auf 12° am Meer. Mittags, ganz im Süden. In Albanien dann Nieseln und nur noch 9°, pfui Kuckuck! Stieg am Meer dann aber mit etwas Sonne schnell auf über 20° spätnachmittags. So wechselte es immer wieder, mal sonnig, seltener bedeckt oder gar Regen.
In GR war es einen ganzen Tag regnerisch, sogar wolkenbrüchig, also kehrte ich wieder um. Nur, in AL war es auch nicht besser. Dort 2 Tage mit wenig Sonne kaum mal 15°, meist aber doch über 10°. So auch am Rückweg durch MNE. In HR und BIH dann Bora, aber schon milder. Bei Makarska reichte der Neuschnee an der Küste bis halb den Berg herunter! Unmöglich! Aber nachts fast 12°. Erst ab Split gab es auf der Rückreise wieder angenehme Temperaturen bis fast 22°, nachdem die Bora zusammengebrochen war. Die Höchsttemperatur von 22,5° gab es auf der Rückreise in SLO vor den Alpen.

Die Viecher
Die Temperaturen waren noch nicht so üppig (aber wohl normal), deshalb zeigten sich die Reptilien eher selten. Natürlich gab es verschiedene Eidechsen, aber ich verwendete kaum Zeit darauf, sie zu fotografieren. Eine schnappte ich mir, das Buch gab aber nicht her, welche. Gelegentlich lag mal ein Scheltopusik rum oder machte sich lärmend davon. Schlangen hörte ich hier und da, sah auch mal eine sehr lange in Albanien, konnte sie aber nicht zuordnen, weil der Kopf schon weg war. Ist ja vorne und verschwindet als erstes. 2 Griechische Landschildkröten streichelte ich dort und eine Europäische Sumpfschildkröte konnte ich fotografieren. Auch Pelikane schwammen in Albaniens Lagunen, der Eisvogel flog hier und da. In einem Flussdelta in GR gab es jede Menge verschiedener Reiher und Limikolen. Weiße Löffler, purpurne Reiher... Und auf der Insel Pag sah ich doch glatt einige Kraniche in nicht allzu großer Höhe fliegen.
Der Schwerpunkt lag diesmal halt noch stärker in der Botanik.

Die Orchideen
Das Hauptziel wurde bereits am zweiten Tag erreicht: Die hübsche und von mir noch nie gesehene Ophrys flavicans. Die ersten fand ich schon gleich in der Früh ohne Fundortangaben. Dort konnte ich auch Bestäuber fotografieren und sogar einen fangen. Diedummenhamsglück,ne? Auch am nächsten Tag konnte ich 2 Exemplare derselben Mörtelbiene beim Schäferstündchen fotografieren. So viel zu mehreren unterschiedlichen Bestäubern bzw. zur Veränderung des Dufts bei Stress. Letzteres mag ja sein, interessiert die Bienen halt nicht. Interessant: Nach einer erfolgreichen Bestäubung biss eine Biene aggressiv an der Blüte herum. Die war danach richtig lädiert. Konnte ich schön dokumentieren.
Auch O.exaltata ssp. archipelagi fand ich schon am ersten Tag, da waren aber nur die Hälfte offen. Beschrieben ist die ja mit überwiegend buntem Perigon, um Sibenik herum fand ich aber ausschließlich grüne trotz guter Bestände. Sie blüht etwas nach O.sphegodes. Ganz im Süden Kroatiens geht archipelagi immer mehr in O.exaltata ssp. cephalonica über, man kann sie hier schon zu dieser Unterart stellen. In Albanien gab es neben normalen auch sehr kleinblütige Pflanzen im Küstenwald.
O.sphegodes gab, wie fast immer, Rätsel auf. Schon am ersten Tag fand ich verblühte, die noch blühenden waren sehr uneinheitlich in Farbe und Größe. Sie standen gut gemischt und waren im selben Blühzustand, bestimmt nur eine Art. Dasselbe Bild dann südlich des BIH-Korridors. Teils gab es Anklänge an grammica. Diese erkannte ich in Reinform (aufblühende Population) kurz vor der montenegrinischen Grenze. Ich glaube, das ist neu für HR. Da es offenbar Übergangspopulationen gibt, ist tatsächlich der Unterartrang angebracht, der Bestäuber ist eh derselbe. Sie blüht in etwa auf, wenn montenegrina abblüht. Natürlich kann man da auch wenige Bastarde finden. In diesem Gebiet kommt auch ganz normale O.sphegodes vor (als O.liburnica noch einmal beschrieben?), manchmal steht sie gemischt mit grammica, dann gibt es wieder Übergänge.
Ich war auch am Locus classicus der „O.incantata“. Die ersten blühten so weit im Süden schon Ende März und ich erkannte darin O.tommasinii.
Ganz im Süden von Kroatien gibt es die großblütige O.montenegrina, die ich bisher wohl auch noch nicht gesehen hatte. Sie ist sehr variabel und blüht früh. Die meisten gesehenen hatten schon einige vergammelte Blüten, es gab jedoch noch reichlich frische Exemplare. Leider war das Wetter bei meinem Besuch dort am ersten Tag nicht allzu sonnig und ich hatte am 2. Tag ausgiebig zu tun. In Montenegro sieht man sie v.a. anfangs häufig am Straßenrand. Später fand ich sie auch auf Friedhöfen, Moscheen waren dann nicht fern. Da fühlt man sich doch gleich an die Türkei erinnert.
Interessanterweise kommt ganz im Süden von HR auch O.neglecta vor und das nicht nur vereinzelt. Sie variiert hier sogar mehr als aus italienischen Populationen gewohnt. Da hätte ich gern mal den Bestäuber gesehen (ist von neglecta noch nicht bekannt), hatte aber nur ein Dutzend halbherziger Anflüge und eine einzige Pollenentnahme. Sah aber leider nicht echt aus, also fing ich erst gar keine der Langhornbienen.
MNE und der größte Teil von AL sind zumindest in Küstennähe nicht gerade reich an Orchideen. Die Biotope sind selten und wenn mal welche gut aussehen, stehen nicht mal Rosetten drin. Mag sein, dass das in den Bergen besser wird, aber da war einfach das Wetter nicht danach, es war zu früh oder ich hatte anderes zu tun. In AL sah ich im Landesinneren nur wenige Orchideen. Es war ja wirklich auch noch relativ früh und da stehen kaum auffallende Pflanzen in Blüte. Allerdings sah ich in beiden Ländern nicht eine Barlia, die gute Biotope anzeigen könnte. Stichproben verliefen stets wenig ergiebig.
In einem NP am Meer in AL gab es ausreichend Orchideen, ich fand sogar eine eindeutige O.garganica (vielleicht noch knospende dazu und eine fast eindeutige, Neufund für Albanien?) und einen vielgestaltigen Bastardschwarm mit O.incubacea – recht hübsche Pflanzen. O.exaltata cephalonica war dort teilweise sehr kleinblütig. Die ebenfalls kleinblütige Orchis morio albanica suchte ich trotz ungefährer Koordinaten und einiger km zu Fuß durch den urwaldartigen Küstenpinienwald mit Sumpfwaten am ersten Tag leider vergeblich. Nach der Übernachtung am Strand wollte ich langsam weiterfahren, schaute nur noch schnell mal neben der Straße, da standen welche. Gut, hätte am Ende des Naturparks eh noch mal geschaut, war schon eingeplant. Hatte noch eine 2. Angabe weiter südlich, aber da fand ich gar keine. Verwendete auch nur ne Stunde drauf. Allerdings gab es da nun wieder normal große cephalonicas. Als weiterer Neufund für Albanien ist ganz im Süden O.praemelena zu verzeichnen. Ich fand sie an 2 Stellen, an einer davon sogar 50 Stück, und ohne die sicula-phryganae (wie immer diese nun richtig heißen mag). Sie ist mitnichten eine melenoide Form von dieser und auch keine O.melena. Wenn die sicula-phryganae aufblüht, blüht die praemelena schon ab. Ich sah gerade mal 3 Knospen unter 250 Pflanzen (incl. GR). In der Mitte Albaniens fand ich noch einmal 4 Pflanzen in einem Küstendünenwald. Sie blühten aber erst auf, die Determination ist also unsicher.
Der Süden des Landes wirkt schon wie Griechenland, dementsprechend findet man hier durchaus reichhaltige Biotope. In GR dann fand ich eher zufällig nahe am Strand O.incubacea, wenn man die nicht rechnet, die ich ganz früher in Unkenntnis auf der Peloponnes fotografiert hatte, ist auch die neu für GR.

Alles in Allem wieder mal eine richtig erfolgreiche Reise. 2600 Bilder nach dem Aussortieren sind auch nicht schlecht.
Schöne Grüße,
                         Helmut.


Und gleich die 2. Tafel, wie immer in HD-Größe:

Kormorane, Kraniche, O.flavicans, O.neglecta

2 O.flavicans, 2 O.neglecta, drunter O.forestieri und O.lutea (alles HR), Taubenschwänzchen AL, drunter Sandlaufkäfer AL

Steinschmätzer, Mittelmeersteinschmätzer, Adriatische Mauereidechse? HR Gruda, ?frosch AL, Springspinne


Nun ein paar Spinnen aus HR.

exaltata archipelagi, flavicans (ja, ich weiß, keine Spinnen), tommasinii incantata, neglecta + exaltata cephalonica, sphegodes, montenegrina, sphegodes grammica

3 montenegrina, 1 exaltata cephalonica, 3 exaltat archipelagi, 1 tommasinii incantata

2 sphegodes Gruda, 2 ? Gruda, 1 cf. garganica, 2 tommasinii incantata



Ach ja, weil ich Anfragen erhielt: HR ist Kroatien. Und dort habe ich an einer Stelle 2 Pflanzen von Ophrys forestieri (ehemals lupercalis) und eine Ophrys lutea gefunden (letzte Tafel, hatte ich glatt vergessen zu erwähnen). Beides wohl noch nicht veröffentlicht. O. garganica ist vielleicht auch nicht offiziell bekannt, wurde aber schon in mehreren Exemplaren eindeutig nachgewiesen.


Und weils diesmal teilweise ein unbekannteres Gebiet als sonst war, gibts noch eine Bildtafel mehr. Hier also die vorletzte, fast nur albanisch.

O.exalt.cephalonica MNE, 7 O.incubacea und Mischformen AL

2 O.exalt.cephalonica AL, O.garganica AL, 6 O.incubacea-Mischformen AL

O.sicula AL, 3 O.cf.penelopae AL, 5 O.praemelena AL, O.praemel x cf.penelopae

O.cf.herae janrenzii AL, O.mammosa AL, O.bombyliflora AL, O.ferrum-equinum GR, 2 O.ferrum-equinum AL, O.cf.praemelena AL, O.incubacea GR

Nun also die letzte Tafel mit ein paar bunteren Blümlein.

5 Orchis morio albanica AL, 2 Dactylorhiza romana AL, 1 Barlia robertiana HR

2 Orchis quadripunctata HR, 1 Orchis morio caucasica HR, 3 Ophrys tenthredinifera s.l. AL, 1 Op. bertolonii HR, 1 Op. flavicans HR, 1 Muscari spec. AL

1 Or. lactea AL, 1 Or. papilionacea AL, 4 Op. reinholdii AL, 1 Fritillaria neglecta HR, 2 Iris adriaticum HR, 1 Cyclamen repandum HR

1 Or. lactea AL, 1 Or. papilionacea AL, 2 Op. reinholdii AL, 1 Op. ferrum-equinum, 1 Hyacinthella spec. HR, 1 Iris adriaticum HR, 1 Narcissus tazetta HR, 1 Romulea bulbocodium

Die nächste Postkarte (von Pfingsten) muss warten, bis die nächsten Urlaube rum sind.

The very best wishes to all,
Helmut.


Magnífico trabajo Helmut, felicitaciones

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lunes, 2 de marzo de 2015

ORQUÍDEAS - ORCHIDEEN - ORCHID de Helmut Presser - ESTUDIO - Orchidaceae Antoine-Laurent de Jussieu, 1789 Orchidées ラン科 Орхи́дные 蘭科 蘭


El orquideólogo Helmut Presser me comunica lo siguiente:

.... und das mit fast aktueller Postkarte!
Es stand die Wahl zwischen Sizilien und SO-Frankreich, wobei letzteres deutlich näher liegt, in Sizilien aber sicher mehr Orchideen zu erwarten sind. Ausschlag gab am Ende das Wetter, das für Südostfrankreich mehr Sonne und sogar höhere Temperaturen versprach. Samstag und Sonntag sollten auch da allerdings verregnet sein, sodass ich mich erst am Sonntag gemütlich auf den Weg machte. Zuerst fuhr ich ganz in den Süden bis kurz vor die Pyrenäen. Dann verbrachte ich einen schönen Tag mit einem dort ansässigen Orchideenfreund im südlichen Ortsbereich von Marseille. Von dort ging es langsam gen Osten, immer botanisierend, versteht sich, bis Nizza. In Italien hielt ich mich kaum noch auf (Zwischenstopp am Gardasee), weil das Wetter an diesem Tag nicht mehr mitspielte.
Es ist nun 13 Jahre her, dass ich in dieser Gegend an Fasching und an Ostern unterwegs war. Leider musste ich feststellen, dass nun viele Wege und Straßen, die ich benutzt hatte, abgesperrt sind. Noch schlimmer ist, dass viele Orchideenplätze zugewachsen oder gar überbaut sind. Ein Hügel mit massig Rosetten im Februar 2002 beispielsweise ist halt jetzt ein Häuschen mit Garten, wohl sogar Ortsbereich von Bandol. Hätte ich mal rechtzeitig nachsehen sollen, was da so alles wuchs. Nichtsdestotrotz gibt es noch viele ergiebige Stellen mit Orchideen. Ein Drama sind die Wildschweine. Selbst im Ortsbereich von Marseille findet man viele ausgewühlte Pflanzen. Die Säue gibt es hier erst seit 8 Jahren. Wildschweinschinken ist sehr delikat, essen wir sie auf! Zu ernten gab es kaum etwas, Rosmarin und Thymian natürlich, gelegentlich mal wilder Fenchel oder Kaktusfeigen. Für Wildspargel war es noch zu früh, habe keinen einzigen Trieb gesehen.
Viecher und gewöhnliche blühende Pflanzen gab es noch nicht allzu viele, einige schöne Landschaften. So belief sich die Ausbeute auf nur 625 Bilder, wobei noch genügend doppelt sind.

Das Wetter
Zwar hatte mein Außen-Thermometer den Geist aufgegeben, ich merkte aber auch so, dass die Nächte recht frisch waren. 5° bei klarem Himmel, mollige 10° in der 2. Nacht bei leichtem Regen. Anfangs war der Morgen bedeckt (wenige Regentropfen), nachmittags dann sonnig. Da dürfte es schon 15° erreicht haben, geschlossene Schuhe und langes Hemd waren für unverwöhnte Mitteleuropäer überflüssig. Bei Marseille und weiter östlich gab es dann auch schon von morgens an Sonne, dann waren es wohl angenehme 17° im Schatten, in der Sonne war es richtig warm. Also fiel auch noch die lange Hose. War eh dreckig vom aufgeweichten Boden und der flachen Fotografiertechnik. Ab Sonnenuntergang wurde es bei klarem Himmel aber immer schnell empfindlich kalt. So entschloss ich mich, zwischendrin eine angenehm milde Nacht am Meer zu verbringen und fuhr auf die Halbinsel ö Hyères. Dort fand ich eine Stelle mit Palmen, wo ich zwischen Spanischem Rohr durch die Dünen bis an den Sandstrand kam. Leichter Meerwind von W, sah gut aus, nur halt wieder wolkenlos. Früh waren es im Auto dann 3,5°. Plus! So musste ich nicht kratzen. Die Socken blieben aber trotzdem aus. Das Meer dampfte ein wenig. Nebel noch vormittags in der Ebene von Maures. Eine positive Überraschung an diesem Tag: Meinen schon vor 20 Jahren oder früher im Winter benutzten Schlafplatz bei Menton direkt an der italienisch-französischen Grenze ganz unten am Meer unter Palmen, Zedern und Pinien gibt es immer noch und ist sogar zugänglich. Das Anticamperschild muss man ja nicht gesehen haben. Und früh hatte es sogar 11° im Auto. Nur blöd, dass in der Dämmerung ausgerechnet hinter meinem Auto ein Zeitungslieferant seine Zeitungsbündel abladen musste und eine Vogelfreundin nen halben Zentner Getreideschrot ausstreute, was 100 gurrende Tauben anlockte. Eigentlich hätte ich in Italien im ligurischen Küsten-Bergland Orchideen suchen wollen, es fing aber mit Überquerung der Grenze an leicht zu regnen. Also fuhr ich durch und kam halt eher heim. Schnee kam am Gardasee schon runter bis 500 m, das wurde nach Norden hin besser. Erst um den Brenner schneite es wieder ein wenig und hatte unter 0°. In AU und D waren die Niederschläge noch nicht angekommen, der Föhn aber schon zusammengebrochen.

Die Orchideen
Ganz im Süden war noch sehr wenig los, die angrenzenden Corbières kühlen wohl. Bei Torreilles (Perpignan) sah ich zwar 1000e Rosetten, aber erst 3 aufblühende Ophrys forestieri (Ex-lupercalis).
Am Cap Leucate waren nur die ersten Barlia in Blüte. Bei Marseille gab es schon reichlich Barlia und O. forestieri, dazu auch einige Ophrys sphegodes massiliensis. Von allen war nicht mal die Hälfte der Pflanzen offen, viele hatten noch nicht einmal hochgetrieben. Ein spätes Jahr trotz mildem Winter. Die erhoffte O. arachnitiformis sah ich reichlich – als Rosette. Ich konnte auch einen Bestäuber von massiliensis fotografieren und fangen. Die Art steht bei Marseille zwar überwiegend schattig, irgendwann kommt aber meist auch die Sonne mal hin. Das scheint das Zeitfenster für Bienen zu sein. Ein Fruchtstand vom Vorjahr zeigte, dass offenbar alle Blüten bestäubt waren. Auch bei ziemlich schattig stehender arachnitiformis (?) fand ich solch einen Samenstand. Bei Bandol gab es häufiger massiliensis, hier steht sie auch schon mal sonnig. Wohl wegen dem tonigen Boden. Auch bei Nizza stehen die Pflanzen teils schön sonnig – auf Flysch. Bei Blausasc gab es doch tatsächlich mehr als vor 13 Jahren, da hat sich nichts verändert. Mindestens 70 blühende sah ich dort. Allerdings auch einige, die großblütig waren und bei uns locker als sphegodes s.str. durchgingen. Am Rückweg hätte ich noch gern ein paar Spinnenragwurz-Blüten vom Gardasee im Vergleich zu massiliensis gesehen, an einer mir bekannten Stelle war aber noch nichts offen. So wurde sie mit Abstand die meistfotografierte Art dieses Urlaubs. Die Mastorchis blühte bei Nizza schon bis in 600 m Höhe, im Tal bei 200 m waren dagegen nur wenige offen.

Eine Legende schenke ich mir bei gerade mal 3 Orchideenarten, sollte jeder erkennen. Nur wieder der Hinweis: Die Tafeln lassen sich wieder auf HD vergrößern.

Schöne Grüße,
               Helmut.


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